Improvisationstheater

in der Jugendhilfe

„So ein Theater!“ – Seit Jahrtausenden machen wir Menschen uns selbst was vor, machen wir anderen was vor, schlüpfen in die Rolle eines anderen Menschen, - machen ihn  nach, machen uns lustig, fühlen mit ihm, leben mit ihm, „sterben“ mit ihm. Je besser wir das machen, desto intensiver erlebt der Zuschauer mit.

Das Improvisationstheater bietet in seiner Freiheit gerade für Jugendliche die ideale Plattform, sowohl in der Rolle jugendlicher Schauspieler/innen, als auch in der Rolle jugendlicher Theaterbesucher/innen. Letztere werden insbesondere dadurch angesprochen, dass sie aktiv in das Geschehen auf der Bühne involviert sind. Das Mitspracherecht, welches in der Pubertät eklatant an Bedeutung gewinnt, wird dadurch beantwortet, dass die Jugendlichen selber vorgeben, was sie auf der Bühne sehen möchten.
Erleichternd hinzu kommt, dass die Schauspieler/innen keinen Text auswendig lernen müssen, sondern entsprechend ihren entwicklungsbedingten Bedürfnissen und Ressourcen frei handeln können und sich keiner Autorität unterwerfen müssen.
Das Improvisationstheater versteht sich als Zusammenführung von Bewusstem und Unbewusstem, da es nicht vorausplant und auf den spontanen Assoziationen der Schauspieler und Schauspielerinnen basiert. Dadurch können Jugendliche einen neuen Zugang zu sich selbst finden, vorhandene und unbekannte Fähigkeiten entdecken, Situationen spielerisch bewältigen. Die hier "erspielten" Kompetenzen machen die jungen Menschen auch stark für den Alltag.