Stationäre/Teilstat. Hilfen

 
Unsere stationären Angebote sollen Kinder und Jugendliche durch eine Verbindung von Alltagserleben mit pädagogischen und therapeutischen Angeboten in ihrer Entwicklung fördern, die Erziehungsbedingungen in der Herkunftsfamilie verbessern. Ziel ist die Familienrückführung, die Vermittlung in eine weniger einschneidende Hilfeform oder eine Verselbständigung.
 
In den familienorientierten und jugendspezifischen Wohngruppen bieten wir Kindern und Jugendlichen im Alter von 0-16 Jahren (Aufnahmealter) entsprechend ihrer individuellen Lebenssituation einen verlässlichen pädagogischen/therapeutischen Rahmen mit familiärem Charakter. 
Eine geregelte Tagesstruktur bietet den Kindern und Jugendlichen Geborgenheit, Hilfe und Orientierung. Dabei wünschen wir uns, dass die Eltern so intensiv wie möglich in die pädagogische Arbeit mit einbezogen werden 
können. Die Gruppengröße beträgt durchschnittlich 8 Kinder und Jugendliche.
 

Inobhutnahme/Notaufnahme und Clearing

Die Regelwohngruppe mit Inobhutnahme/Notaufnahme und Clearing nimmt Kinder und Jugendliche in unterschiedlichen Lebenssituationen auf. 

Inobhutnahme/Notaufnahme

Kinder und Jugendliche, die in eine akute Notlage geraten, können an allen Tagen des Jahres, sowohl tagsüber als auch nachts, in dieser Gruppe aufgenommen werden! 

Kinder und Jugendliche werden in Obhut genommen, wenn eine akute Kindeswohlgefährdung vorliegt: 
  • Psychische oder physische Misshandlung
  • Missbrauch und sexualisierte Gewalt
  • Schwerwiegende Suchtproblematik der Eltern
  • Vernachlässigung
  • Psychische Erkrankung von Eltern
  • Kurzfristiger Ausfall der Betreuungsperson
  • Unzureichende erzieherische Kompetenzen der Eltern 
Kinder und Jugendliche werden im Rahmen einer Inobhutnahme/ Notaufnahme in die Wohngruppe, die kindgerecht und gemütlich eingerichtet ist, aufgenommen und entsprechend ihren Bedürfnissen versorgt. Um den besonderen Bedingungen von Kindern sowie Jugendlichen und deren Eltern bei einer Inobhutnahme gerecht werden zu können, steht ein interdisziplinäres Team – bestehend aus SozialpädagogInnen, ErzieherInnen, PsychologInnen – zur Verfügung. 

Clearing

Kommt es im Familiensystem zu langanhaltenden Problemen oder Streitigkeiten zwischen den einzelnen Familienmitgliedern, sodass das Familienleben nur noch durch Konflikte und Unruhe geprägt ist, gibt es die Möglichkeit, dass Kinder sowie Jugendliche in ein stationäres Clearing aufgenommen werden können. Im Clearing werden mit Hilfe von pädagogischen Interventionen als auch psychologischen Verfahren familiären Ressourcen aber auch familiäre „Baustellen“ identifiziert. Der Entwicklungsstand des Kindes und des Jugendlichen sowie die Erziehungskompetenzen der Eltern werden in den Fokus genommen.
Im Rahmen des Clearings findet somit eine umfassende Diagnostik statt, um fundierte Aussagen und Empfehlungen für notwendige und weiterführende Hilfemaßnahmen treffen zu können. 
 

Regelhilfen

Grundbetreuung

Die Grundbetreuung umfasst die geeigneten und notwendigen Leistungen im Bereich der Versorgung, Erziehung, Betreuung und Unterstützung für die Gesamtgruppe, die in Einfachbetreuung erbracht werden.

Ergänzende Betreuung

In Form von Leistungen zur Gruppendifferenzierung, zur schulischen und sozialpädagogischen Förderung sowie für freizeitpädagogische Angebote und Ferienfreizeiten.

Zusammenarbeit – Kontakte

Elternarbeit
Die allgemeine Zusammenarbeit und Kontaktpflege mit der Herkunftsfamilie umfasst folgende Inhalte: 
•    Halten des Kontaktes zur Herkunftsfamilie bzw. relevanten Bezugspersonen
•    Kontaktpflege mit der Herkunftsfamilie
•    Unterstützung der Kommunikation zwischen Eltern und Kind / Jugendlichen 
•    Kontaktpflege bei Besuchen der Herkunftseltern in der Einrichtung und über den telefonischen und schriftlichen Austausch
•    Rückmeldung der Befindlichkeit des Kindes in speziellen Situationen wie z.B. Krisen oder Krankheiten
•    Die Vor- und Nachbereitung selbständiger Besuche des Kindes/Jugendlichen in der Herkunftsfamilie
•    Sicherung der Teilhabe der Herkunftseltern/-familie an Festen und Feiern des Kindes/Jugendlichen
Individuelle und schulische Förderung, Kontakte zu Dritten
Das Stammhaus in Sigmaringen hat eine Vielzahl an Schulen in der nahen Umgebung. Diese Auswahl bezieht sich sowohl auf Regelschulen, Berufsschulen, als auch auf einrichtungseigene Sonderpädagogische Bildungs- und Beratungszentren (SBBZ) auf dem Stammgelände. Neben diesen Schulsystemen ist es von großer Bedeutung, die Kinder und Jugendlichen auch im Alltag in ihren schulischen Belangen zu unterstützen. Hierzu zählt auch ein enger Austausch mit den Lehrkräften in Form von regelmäßigen Kontakten, sowie der Teilnahme an Elternsprechtagen. Die Kinder und Jugendlichen erhalten so die Chance auf ein tragbares professionsübergreifendes Netz an Hilfe und Unterstützung. 
An den meisten Schulen in der Umgebung sind die Schulsozialarbeiter:innen Teil unserer Dienstgemeinschaft. Sie können bereits vorab über evtl. vorhandenen Schulängste, Mobbingerfahrungen oder andere negative Erfahrungen im Setting Schule informiert werden. 

Care Leaver
Junge Erwachsene beschreiben ihre persönliche Situation als Care Leaver als herausfordernd sowie sehr schwierig. Sie sehen ihre Aufgaben und Pflichten sowie die Schwierigkeit im Umgang mit den Behörden. Wir vermitteln jungen Erwachsenen immer wieder, dass sie auch wenn sie nicht mehr betreut werden von uns die Möglichkeit haben sich bei uns zu melden bzw. uns zu besuchen. 
 


Hilfe-/Erziehungsplanung – Diagnostik

Die Leistungen der Erziehungs- und Hilfeplanung und der Diagnostik werden mit unterschiedlichen Anteilen und spezifischen Schwerpunkten vom Gruppendienst und vom Fachdienst erbracht.
Leistungen des Kinderschutzes nach § 8a SGB VIII sind in einer eigenen Vereinbarung mit dem Jugendamt festgelegt.


Individuelle Zusatzleistungen (IZL)

Individuelle Zusatzleistungen können im Rahmen der Anlage 2 RV angeboten und im Rahmen der Hilfeplanung nach § 36 SGB VIII vereinbart werden.


Konsildienst – Kinder- und Jugendpsychiatrie (ZfP Südwürttemberg)

Über den Konsildienst des ZfP Südwürttemberg in unserer Einrichtung können Kinder und ihre Eltern im Bedarfsfall eine weitere Hilfestellung in Form einer diagnostischen Abklärung und einer eventuellen Anschlussbehandlung erfahren. 
 
 
 

Intensive Hilfen

Leistungsangebot

Die sozialpädagogische, heilpädagogische und psychologische Arbeit im Haus Nazareth beruht auf entwicklungspsychologischen, systemischen, situativen, tiefenpsychologischen, handlungsorientierten, spielpädagogischen und integrativen Ansätzen.
Die Leistungen unterteilen sich in Regelleistungen (Grundbetreuung, Ergänzende Betreuung, Kontakte und Zusammenarbeit mit den Hilfebeteiligten, Hilfe- und Erziehungsplanung, Regieleistungen), Individuelle Zusatzleistungen sowie Leistungsmodule.
Bei der Erbringung dieser Leistungen stehen immer Handlungsleitlinien, wie die Partizipation der jungen Menschen, die Gewährleistung der Kinderrechte sowie die Möglichkeit der Beteiligten ein transparentes und strukturiertes Beschwerdemanagement in Anspruch zu nehmen im Vordergrund. Diese Rechte sind für uns selbstverständlich.
 

Aufnahme – Zielgruppe

Die Aufnahme erfolgt im Rahmen der Hilfe zur Erziehung nach § 34 SGB VIII und/oder im Rahmen der Eingliederungshilfe für seelisch behinderte Kinder in stationäre Einrichtungen gemäß § 35a SGB VIII ggf. in Verbindung mit §41 SGB VIII. 
 

Zielsetzung  & Auftrag

Durch die Verbindung von Alltagserleben, pädagogischer Arbeit und therapeutischen Angeboten wird der gesetzliche Auftrag umgesetzt und die im Hilfeplan nach § 36 SGB VIII vereinbarten Zielsetzungen verfolgt.
Mit der generellen Zielsetzung der Verselbständigung des jungen Menschen  sind insbesondere weitere Unterziele verbunden wie z.B.: 
 
Aufbau einer angemessenen Tagesstruktur
 
 
 

Erweiterte Angebotsstrukturen

 
 
 

Die stationäre Kleinkindgruppe „Wawuschel“ ist eine Angebotsform für Kinder im Aufnahmealter von 3 bis 8 Jahren mit insgesamt 7 Plätzen.
Durch die Verbindung von Alltagserleben, pädagogischer Arbeit und therapeutischen Angeboten wird der gesetzliche Auftrag umgesetzt und die im Hilfeplan nach § 36 SGB VIII vereinbarten Zielsetzungen verfolgt.
 
Unsere sozialpädagogische, heilpädagogische und psychologische Arbeit beruht auf entwicklungspsychologischen, systemischen, situativen, tiefenpsychologischen, handlungsorientierten, spielpädagogischen und integrativen Ansätzen.
 
Die Leistungen unterteilen sich in Regelleistungen (Grundbetreuung, Ergänzende Betreuung, Kontakte und Zusammenarbeit mit Hilfebeteiligten, Hilfe- und Erziehungsplanung, Regieleistungen), Individuelle Zusatzleistungen sowie Leistungsmodule.
Bei der Erbringung dieser Leistungen stehen immer Handlungsleitlinien wie die Partizipation der jungen Menschen, die Gewährleistung der Kinderrechte sowie die Möglichkeit der Beteiligten ein transparentes und strukturiertes Beschwerdemanagement in Anspruch zu nehmen im Vordergrund.
 
Ihr Ansprechpartner:
 

 
Aufgenommen werden schwangere und/oder allein erziehende Frauen/Mädchen ab 14 Jahren mit ihren Kindern (i.d.R. von 0 bis zu 6 Jahren).
Der Grund der Aufnahme beruht auf einem sozialen oder persönlichen Hilfebedarf. Wichtige Voraussetzung ist, dass die Mütter auch die Bereitschaft zur Annahme und Umsetzung des Hilfeangebotes mitbringen.
 
Wir bieten in der Wohngruppe 6 Plätze für Mutter mit Kind bzw. Schwangere an. Grundlagen sind die §§ 19, 35a oder 41 SGB VIII. 
 
Aufgaben
  • Alltagspädagogische Leistungen
  • Begleitung von Schwangerschaft und Geburt
  • Begleitung bei Schule/Praktikum/Ausbildung
  • Übergang in die Verselbstständigung
  • Betreuung des Kindes bei Schul-/Ausbildungsbesuch der Kindesmutter
Ihre Ansprechpartnerin:
Anja Nosper
 

Hilfen für junge Mütter mit ihren Kindern
(§§ 19, 34, 41 SGB VIII)
 
Hierbei geht es um die Förderung der lebenspraktischen Kompetenzen wie bspw. Haushaltsführung, Finanzregelungen, Erziehung und Berufsalltag durch ein interdisziplinäres Team, um einen autonomen Lebensalltag mit Kind zu ermöglichen. Zudem gilt es die Mutter-Kind-Beziehung aufzubauen und zu stabilisieren. Die Mütter werden in pädagogischen, erzieherischen und persönlichen Themen unterstützt und begleitet. 
 
Ihre Ansprechpartnerin:
Anja Nosper
 

Ziel der Tagesgruppen im Sozialraum ist es, die Entwicklung der jungen Menschen durch soziales Lernen in der Gruppe, schulische Förderung und Elternarbeit zu unterstützen.
Die Kinder und Jugendlichen werden nach der Schule auf der jeweiligen Gruppe des Sozialraums betreut. 5-10 Mädchen und Jungen unterschiedlichen Alters bilden eine Gruppe. Die Betreuung erfolgt von Montag- bis Donnerstagnachmittag in der Regel durch zwei pädagogische Fachkräfte. Am Freitagnachmittag sind Gespräche mit den Familien vorgesehen. Zusätzlich gibt es einmal im Monat einen Aktions-Freitag.

Elternarbeit
  • Regelmäßige und geplante Gespräche (im 2–3 wöchigen Rhythmus)
  • Intensive Kontaktpflege im Alltag
  • Freizeit- und Trainingsangebote für Eltern und Kinder
  • Familientherapeutische Hilfen im Einzelfall
Freizeit                                                                                                             
Wir wollen die persönlichen Interessen und Stärken der Kinder und Jugendlichen herausarbeiten und fördern. Hierfür wollen wir die verschiedenen Angebote vor Ort nutzen und insbesondere auch mit Vereinen und Jugendgruppen zusammenarbeiten.
 
Ihr Ansprechpartner:
 

Frauen- und Kinderschutzhaus im Landkreis Sigmaringen

 

Das Frauenhaus bietet Schutz vor Gewalt, vor Bedrohung und vor Ausweglosigkeit in akuten häuslichen Gewaltsituationen. Hier finden Frauen und ihre Kinder eine sichere Unterkunft. Hier können sie Abstand zu dem gewinnen, was sie erlebt haben und eine tragfähige neue Perspektive für sich und ihre Kinder aufbauen.
 
Das Mitarbeiterinnen-Team besteht aus zwei Sozialpädagoginnen, die jeweils einen Stellenanteil von 50% abdecken. 
In der Regel findet alle zwei Wochen vor Ort eine Teambesprechung zum aktuellen Austausch (Organisatorisches, verwaltungstechnische Fragen etc.) und Fallberatung mit der zuständigen Referatsleitung des Frauenhauses statt. 
Für die Dauer ihres Aufenthaltes hat jede Bewohnerin eine feste Ansprechpartnerin unter den Mitarbeiterinnen, die mit ihr gemeinsam nach dem Grundsatz „Hilfe zur Selbsthilfe“ versucht, neue Lebensperspektiven zu entwickeln. Grundlage ist ein individueller, schriftlich festgehaltener Hilfeplan.
Da sich das Büro direkt im Frauen- und Kinderschutzhaus befindet, ist die jeweilige Mitarbeiterin immer ansprechbar. 
 
Wegweiser sein…
Das ist es, was wir als Erzbischöfliches Kinderheim Haus Nazareth mit unseren Kooperationspartnern für Familien und ihre Kinder im Autismusspektrum sein wollen. Durch ein multiprofessionelles Team aus pädagogischen Fachkräften, Therapeuten und Ärzten werden Familien beraten, begleitet und unterstützt. Wir wollen Familien zu einem Stück Normalität verhelfen und dennoch die Kinder und Jugendlichen in ihrer Genialität fördern und bestärken.